Das Video auf einen Blick
- Video
- Claude macht aus meinen Urlaubsfotos einen Film | DaVinci Resolve
- Online seit
- 7. Oktober 2026
- Ausgangsmaterial
- Album Senigallia 2023, 228 in Lightroom markierte Fotos
- Ergebnis
- 50 Fotos, gut zweieinhalb Minuten, Schnitt auf den Takt, Blenden, Musik und Geräusche
- Werkzeuge
- Lightroom, Claude Code, DaVinci Resolve Studio 21.1 mit MCP-Server
- Kernaussage
- Die KI arbeitet. Die Geschichte erzählst du.
Italien, September 2023. Fast sechshundert Fotos, und ein Film daraus? Bis heute keiner. So ein Album hast du vermutlich auch: sortiert, markiert und dann nie wieder angeschaut. Im Video lasse ich Claude daraus einen Urlaubsfilm bauen, direkt in DaVinci Resolve, mit Musik, Schnitt auf den Takt und passenden Geräuschen. Und ich zeige dir, wo ich trotzdem selbst ran muss. Darunter alles zum Nachlesen.
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Mehr InformationenDer Anfang liegt in Lightroom
Beim Sortieren habe ich meine Favoriten markiert, ganz normal, so wie du das vermutlich auch machst. Das waren 228 Fotos. Und das ist der wichtigste Punkt im ganzen Ablauf: Diese Vorauswahl habe ich getroffen, nicht die KI. Claude arbeitet nur mit dem, was ich ausgesucht habe.
Die 228 Fotos exportiere ich als JPG in einen eigenen Ordner, 3840 Pixel breit. Das reicht für einen Film in 4K, Resolve muss keine riesigen Dateien schleppen, und meine Bildbearbeitung aus Lightroom ist gleich mit drin.
Aufgabe 1: Die besten 50 auswählen
228 Fotos in einem Film sind zu viel. Bei etwa zwei Sekunden pro Bild wären das fast acht Minuten Diashow, und die schaut sich niemand an, nicht einmal die eigene Familie. Fünfzig Fotos sind gut zweieinhalb Minuten. Das sieht man gerne an.
Claude hat sortiert und ausgewählt: aus jeder Serie nur die besten, und die Reihenfolge erzählt einen Tag in sechs Stationen. Morgendämmerung, Vormittag am Strand, ein Gewitter am Nachmittag mit Sonnenuntergang, der Abend in der Altstadt, das Fest auf der Piazza und der Ausklang. Das Gewitter hätte ich selbst fast vergessen. Genau so einen Moment braucht ein Urlaubsfilm. Die Arbeitsteilung ist klar: Claude macht einen Vorschlag, ich entscheide. Fehlt mir ein Bild, sage ich es, und es kommt rein.
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Aufgabe 2: Musik, Takt und Bewegung
Hier kommt der erste Handgriff, den ich selbst machen muss. Resolve legt Fotos nur so lang an, wie es in den Voreinstellungen unter Standard Still Duration steht, und verlängern geht per Skript nicht. Also stelle ich die Standbilddauer einmal auf zwanzig Sekunden. Claude kürzt dann jedes Foto auf genau die Länge, die es braucht.
Die Musik kommt aus meiner eigenen Bibliothek, Titel von Artlist, für die ich eine Lizenz habe. Claude hat mehrere verglichen und „Where the Water Meets the Land" von Roie Shpigler gewählt, rund 126 Schläge pro Minute. Reingehört hat die KI dabei nicht. Sie misst, wie schnell ein Titel ist, wie viel Energie drinsteckt und wo die Schläge sitzen. Ob mir die Musik gefällt, entscheide ich.
Jeder Bildwechsel sitzt auf einem Taktanfang. Am Morgen und am Strand bleibt jedes Foto zwei Takte stehen, am Abend und beim Fest wird doppelt so schnell geschnitten, zum Schluss wird es wieder ruhig. Dazu kommt auf jedes Foto ein leichter Zoom, der Dynamic Zoom aus Resolve, der sanft anfährt und sanft wieder abbremst.
Die erste Korrektur: Blenden statt harter Schnitte
Die erste Fassung hatte überall harte Schnitte, und das war mir zu gleichförmig. Also habe ich Claude gesagt: am Morgen, am Strand und beim Sonnenuntergang weiche Blenden, beim Fest bleiben die harten Schnitte. Wo eine Blende hingehört und wo ein harter Schnitt, das entscheide ich. Die Ausführung übernimmt Claude, in Sekunden, statt jede Blende einzeln aus dem Effekte-Browser zu ziehen.
Hochformat-Fotos mit Blanking Fill
Neun meiner Lieblingsfotos sind hochkant. Claude passt sie ins Bild ein und markiert sie orange. Den Hintergrund mache ich selbst, mit dem Effekt Blanking Fill: einmal auf ein Foto ziehen und die Attribute auf die anderen übertragen. Das dauert ein paar Sekunden.
Claude kann das nicht, weil die Schnittstelle von Resolve keine Effekte im Edit-Tab auflegen kann. Der Umweg über Fusion funktioniert hier nicht, denn Resolve passt das Foto erst nach Fusion ins Bild ein. Also bereitet die KI vor und zeigt mir, wo ich ran muss.
Aufgabe 3: Der Ton
Jetzt wird es lebendig. Unter dem Strand liegt Meeresrauschen, am Nachmittag grollt das Gewitter, am Café klirren Gläser, auf dem Markt reden Leute, und beim Fest jubelt das Publikum. Claude erkennt, was auf dem Foto zu sehen ist, und sucht das passende Geräusch. Auch hier gilt: Die KI nimmt nur, was in meiner Bibliothek liegt. Beim ersten Versuch hatte ich gar kein Meeresrauschen dabei und musste es erst nachlegen.
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Wo die KI an ihre Grenzen kommt
Drei Stellen bleiben bei mir: die Standbilddauer in den Voreinstellungen, der Hintergrund für die Hochformat-Fotos und die Richtung des Zooms. Die kann Claude per Skript nicht steuern, alle Fotos zoomen gleich. Wer Abwechslung will, macht das bei einzelnen Bildern von Hand. Die KI-Anbindung über den MCP-Server gibt es außerdem nur in DaVinci Resolve Studio ab Version 21.1.
Was die KI nicht kann, ist die Geschichte.
Welches Foto am Anfang steht, wo der Höhepunkt liegt, was rausfliegt, obwohl es dir gefällt: Das ist Handwerk. Claude hat einen Tag erzählt, weil ich es ihm so gesagt habe. Und die 228 Fotos, mit denen er gearbeitet hat, hatte ich vorher ausgesucht.
Wie Claude mir sonst noch im Schnitt hilft, von der Interviewauswahl bis zu den Shorts, steht im Beitrag DaVinci Resolve 21.1 und MCP: Fünf Aufgaben, die ein KI-Assistent im Schnitt übernimmt.
Und warum ich KI überhaupt so einsetze, steht im Beitrag Wer nicht schneiden kann, dem hilft auch keine KI.
Über den Autor
Michael J. Müller ist studierter Tonmeister und seit über 30 Jahren in der Medienproduktion tätig. Er führt die SamPlay GmbH, produziert Film, Foto und Livestreams für Unternehmen und zeigt auf seinem YouTube-Kanal und bei colorgrading.net, wie aus einer Idee ein fertiger Film wird: Skript, Dreh, Schnitt, Color Grading, Ton und der sinnvolle Einsatz von KI. Alle Beispiele in diesem Beitrag stammen aus seinen eigenen Projekten.
