Das Video auf einen Blick

Video
DaVinci Resolve 21.1 MCP: 5 Aufgaben, die mir Claude im Schnitt abnimmt! (12:07 Minuten)
Online seit
16. September 2026
Neu in 21.1
der MCP-Server, die offizielle Schnittstelle für KI-Assistenten (nur Studio-Version)
Meine Werkzeuge
Claude Code, Whisper, ffmpeg, dazu A-Roll Studio für den Rohschnitt
Praxisbeispiel
Dokumentarfilm über alte Getreidesorten – zehn Interviews, knapp zwei Stunden Material, fertiger Film unter sechs Minuten
Kernaussage
Nicht schneller. Aber parallel.

Die meisten glauben, KI im Schnitt heißt: Material rein, Knopf drücken, Video fertig. Bei mir sieht das anders aus. Seit Monaten sichtet ein virtueller Assistent für mich Interviews, baut Titel und schneidet Shorts. Er heißt Claude, ist die KI von Anthropic, und seit DaVinci Resolve 21.1 ist er offiziell dabei: über MCP, das Model Context Protocol, einen offenen Standard, über den KI-Assistenten mit Programmen reden. Im Video zeige ich dir fünf echte Aufgaben aus meinen Projekten, die er mir abnimmt, und welche ich ihm ganz bewusst nicht überlasse. Darunter alles zum Nachlesen.

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Mehr Informationen

Was der MCP-Server in Resolve 21.1 wirklich tut

Grafik zum MCP-Server in DaVinci Resolve 21.1: Du sagst, was du willst – Claude schreibt ein Skript – Resolve führt es aus
Der MCP-Server: kein Python-Setup mehr, die Dokumentation liest die KI selbst.

DaVinci Resolve hat seit Jahren eine Schnittstelle für Skripte. Darüber kann ein externes Programm alles machen, was du mit der Maus machst: Clips lesen, Timelines bauen, rendern. Bisher musste man dafür Python installieren und sich durch die Dokumentation kämpfen. Genau das habe ich die letzten Monate gemacht. Neu in 21.1 ist der MCP-Server, der offizielle Zugang für KI-Assistenten. Du sagst in normaler Sprache, was du willst, Claude schreibt daraus ein kleines Skript, Resolve führt es aus. Kein Python-Setup mehr, die Dokumentation liest die KI selbst.

Die Einrichtung ist ein Menüpunkt: File, Setup AI Assistants. Resolve trägt den Server bei Claude Desktop und Claude Code selbst ein, einmal neu starten, fertig. Das Ganze gibt es nur in der Studio-Version, und Blackmagic nennt neben Claude auch Codex von OpenAI. Damit wir uns richtig verstehen: Da ist keine automatische Schnittintelligenz drin. Claude kann nichts, was die Schnittstelle nicht kann. Der Unterschied ist, dass die Fleißarbeit jetzt die KI für dich übernimmt.

Aufgabe 1: Interviews sichten

Grafik: 25 Must-have und 79 Nice-to-have aus zwei Stunden Interview-Material
Aus zwei Stunden Interviews: 25 Must-haves, 79 Nice-to-haves. Die Vorauswahl macht der Assistent.

Für mich die nervigste Aufgabe in jeder Imagefilm-Produktion. Beim Film über alte Getreidesorten waren es zehn Interviews, knapp zwei Stunden Material, und am Ende ein Film von unter sechs Minuten. Früher hieß das: alles abhören, Notizen machen, Timecodes aufschreiben, wieder abhören. Ein ganzer Tag, bevor ein einziger Schnitt sitzt.

Heute liest Claude meine Interview-Timelines aus Resolve, transkribiert den Ton mit exakten Zeitstempeln für jedes Wort und gleicht jede Aussage mit dem Drehbuch ab. Heraus kommen zwei Listen: Must-have und Nice-to-have, jede Aussage mit Zitat, Timecode, Dauer und Begründung. Bei den Getreidesorten waren das 25 Must-haves und 79 Nice-to-haves. Dann der wichtigste Schritt: Ich lese die Liste, streiche und redigiere. Erst danach baut Claude die Auswahl als Timeline zurück nach Resolve, mit den Originalclips und den echten Timecodes. Die Vorauswahl macht der Assistent. Die Schnittentscheidung treffe ich.

Aufgabe 2: Der Highlight-Cut

Aus den Must-haves entsteht ein Rohschnitt über alle Teilnehmer hinweg, in der Reihenfolge des Drehbuchs. Zehn Menschen, ein roter Faden. Claude setzt die Statements in der richtigen Reihenfolge und schneidet an der Tonkurve, damit kein Wort an- oder abgeschnitten wird. Das ist noch kein fertiger Film, sondern ein Rohschnitt, den ich in Resolve verfeinere. Aber ich fange nicht mehr bei null an.

Aufgabe 3: Musik vorsortieren

Grafik: 7 Vorschläge an der richtigen Stelle statt 10.000 Titel in der Suchmaske
Sieben Vorschläge an der richtigen Stelle statt zehntausend Titel in der Suchmaske.

Du kennst das vielleicht: Du willst nur kurz auf Artlist schauen und bist zwei Stunden später immer noch da. Beim Getreidefilm hat Claude nach Drehbuch und meinen Vorgaben zwanzig Titel vorgeschlagen, selbstständig heruntergeladen und sieben davon als stumme Spuren an die inhaltlich passende Stelle in die Timeline gelegt. Reingehört hat die KI in keinen einzigen Titel, das mache ich selbst, Spur für Spur am Schnitt. Aber ich entscheide jetzt zwischen sieben Vorschlägen an der richtigen Stelle statt zwischen zehntausend Titeln in einer Suchmaske.

Aufgabe 4: Titel und Animationen – und die wichtigste Regel

Grafik mit der festen Regel für den KI-Assistenten: Lesen jederzeit, Schreiben erst nach Freigabe, nie ungefragt in die Timeline
Die Regel, ohne die es nicht funktioniert: Lesen jederzeit, Schreiben erst nach Freigabe.

Die Aufgabe, die mir am meisten Zeit spart. Jedes meiner Videos hat Bauchbinden, Kapitelkarten, kleine Animationen. Claude liest Timeline und Transkript und schlägt mir eine Liste vor: welche Einblendung, an welcher Stelle, wie lang. Nach meiner Freigabe werden die Clips in meinem vordefinierten Stil gerendert, als QuickTime mit Alpha-Kanal, und auf eine eigene Spur in die Timeline gesetzt.

Am Anfang hat Claude direkt in Resolve eingegriffen, sobald eine Aufgabe fertig war. Stell dir das vor: Du schneidest gerade, und plötzlich liegen neue Clips in deiner Timeline. Das geht nicht. Seitdem gilt bei mir eine feste Regel: Lesen darf Claude jederzeit. Sobald etwas in meiner Timeline verändert werden soll, wird vorher gefragt, und erst nach meiner Freigabe geht es los. Das klingt nach einer Kleinigkeit und ist der Grund, warum das Ganze für mich funktioniert: Ich schneide an der Moderation, während Claude im Hintergrund die Titel rendert. Dazu drei weitere Regeln aus früheren Fehlern: keine Compound Clips, jeder Titel einzeln. Vor dem Einsetzen prüfen, ob die Spur frei ist. Meine eigenen Schnitte werden nie überschrieben.

Aufgabe 5: Shorts und Reels

Claude liest die fertige Timeline, schlägt vier Ausschnitte vor, die für sich stehen, und baut jeden als 9:16-Timeline im selben Projekt. Dazu wortsynchrone, animierte Untertitel: Die ganze Zeile steht, das gesprochene Wort wechselt in Gold. Das Timing kommt aus Whisper, weil ich das Gefühl habe, dass das bei deutscher Sprache exakter ist als die Resolve-Transkription. Die Verbindung zwischen den Werkzeugen baut Claude einmal, danach benutze ich sie immer wieder. Das ist der eigentliche Trick: die KI Werkzeuge schreiben lassen, die bleiben.

Eine Aufgabe habe ich bewusst ausgelagert: den Rohschnitt meiner eigenen Moderationen. Dafür nutze ich A-Roll Studio, das nebenbei auch gleich meine Tonspur optimiert.

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Was du wissen solltest, bevor du anfängst

Grafik: Die Frage ist nie „Kann die KI das?
Nicht alles, was geht, ist sinnvoll.
Grafik: 1 erst klassisch schneiden lernen, 2 dann den Workflow optimieren – andersrum endet es im Chaos
Die Reihenfolge: erst das Handwerk, dann der Assistent.

Die Arbeit mit Claude hat mich viel Trainingszeit gekostet: die Regel mit der Freigabe, die Compound Clips, welche Tonspur gilt, alles aus Fehlern gelernt. Wie bei einem echten Schnittassistenten erklärst du in den ersten Wochen mehr, als du sparst. Und das ist meine Arbeitsweise. Vielleicht brauchst du keine Interviewauswahl, aber jeden Tag Untertitel. Dann sind das deine Regeln.

Der Schnitt wird dadurch nicht automatisch schneller. Claude braucht Zeit zum Transkribieren, Rechnen, Rendern, und manchmal ist ein erfahrener Editor schneller. Der Vorteil liegt woanders: Während Claude arbeitet, kann ich etwas anderes machen. Nicht schneller, aber parallel. So ein Assistent kostet Geld, wie im echten Leben, und nicht alles, was geht, ist sinnvoll. Resolve öffnen und ein Projekt anlegen dauert von Hand ein paar Sekunden, per KI deutlich länger. Die Frage ist nie: Kann die KI das? Die Frage ist: Nervt mich das, und wiederholt sich der Ablauf?

Erst das Handwerk, dann der Assistent

Ob mit KI oder ohne: Das Handwerk musst du selbst beherrschen, sonst kannst du auch keinen Assistenten anleiten. Ich konnte Claude nur deshalb beibringen, wo ein Schnitt sitzt, weil ich seit über dreißig Jahren ein Gefühl dafür habe. Erst klassisch schneiden lernen, dann den Workflow optimieren. Andersherum endet es im Chaos. Genau dafür habe ich das kostenlose Videotraining für dich gemacht.

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Ersetzt KI die Editoren?

Meine ehrliche Einschätzung: Ich glaube nicht. Es gibt Creator, die ihre Reels komplett automatisch bauen lassen, und für die funktioniert das. Aber bei einer Doku, bei einem Imagefilm, bei allem, was länger ist und eine Haltung braucht, entscheidet ein Mensch. Schnitt ist eine Kunstform, und die persönliche Note nimmt dir keine Maschine ab. Und nicht jeder will sich mit KI beschäftigen. Das ist völlig in Ordnung.

Michael J. Müller im Studio der SamPlay GmbH

Über den Autor

Michael J. Müller ist studierter Tonmeister und seit über 30 Jahren in der Medienproduktion tätig. Er führt die SamPlay GmbH, produziert Film, Foto und Livestreams für Unternehmen und zeigt auf seinem YouTube-Kanal und bei colorgrading.net, wie aus einer Idee ein fertiger Film wird: Skript, Dreh, Schnitt, Color Grading, Ton und der sinnvolle Einsatz von KI. Alle Beispiele in diesem Beitrag stammen aus seinen eigenen Projekten.