Das Video auf einen Blick
- Video
- Wenn ich DaVinci Resolve 21 bauen dürfte (15:13 Minuten)
- Online seit
- 13. Februar 2026, zwei Monate vor der ersten Beta von Resolve 21
- Themen
- anpassbares Interface, zentrale Effekt-Keyframes, präzises textbasiertes Editing, bessere Untertitel, smarte Color Groups, KI-Objektentfernung, kleine KI-Helfer, Background-Prozesse
- Kernaussage
- Nicht ein einzelner Bug nervt, sondern die vielen kleinen Reibungspunkte. Je weniger Interface im Weg steht, desto mehr fühlt sich Resolve wie eine Verlängerung deines Gehirns an.
Resolve wird jedes Jahr zur NAB Show im April abgefeiert, als wäre schon alles perfekt. Aber wenn du ehrlich bist, kennst du die Stellen, an denen dich Resolve im Alltag immer noch auf die Palme bringen und dir unnötig Zeit kosten. Stell dir vor, Blackmagic würde dich anrufen und fragen: Was würdest du ändern, damit es das beste Programm der Welt wird?
Genau dieses Gedankenexperiment habe ich im Februar durchgespielt, zwei Monate bevor die Beta von DaVinci Resolve 21 tatsächlich kam. Im Video geht es nicht um oberflächliche Update-Wünsche, sondern um konkrete Ideen für Interface, KI und Workflow, die dir jeden Tag Zeit, Nerven und ein paar hundert Klicks sparen würden. Unten die Liste zum Nachlesen, und am Ende, was davon eingetroffen ist.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenDas Grundproblem: Mikro-Reibungspunkte statt großem Drama
Resolve hat im Vergleich zu Premiere Pro und Final Cut ein richtig starkes, aufgeräumtes Interface, und genau das lieben viele, mich eingeschlossen. Aber wenn du täglich stundenlang damit arbeitest, summieren sich die kleinen Details brutal: Panels, die du nie brauchst, blockieren Platz. Keyframes für Effekte verstecken sich, statt zentral editierbar zu sein. Textbasiertes Editing und Delete Silence sind geniale Ideen, treffen aber oft nicht genau und schneiden Wörter zu knapp ab.
Das Ergebnis: Du denkst mehr darüber nach, wie du die Software austrickst, als darüber, wie du dein Video erzählst. Und das ist das Gegenteil von flüssigem, kreativem Arbeiten.
Wunsch 1 bis 3: Interface, Keyframes, textbasiertes Editing
Ein wirklich anpassbares Interface. Eigene Workspaces, die minimal sind: auf der Color Page nur Bild und Curves, sonst nichts. Oder ein Clean-Edit-Layout nur mit Timeline, Viewer und Inspector. Panels frei docken und als Layout-Presets speichern, zwischen denen du mit einem Klick wechselst: Editing, Color, Audio Fix, Review. Dazu eine leichte Anpassung von Hintergrundfarbe und Kontrast für lange Sessions. Und alle wichtigen Aktionen frei auf Shortcuts belegbar, inklusive Makros. Jeder, der sich einen eigenen Shortcut-Workflow bauen wollte, kennt den Moment, in dem genau die gewünschte Aktion nicht in der Liste auftaucht.
Effekt-Keyframes, die sich wie echte Keyframes anfühlen. Position, Zoom und Opacity im Inspector sind halbwegs übersichtlich. Sobald du aber Effekte animierst, tauchen die Keyframes nicht sauber im normalen Keyframe-Bereich auf. Mein Wunsch: eine zentrale Keyframe-Ansicht pro Clip mit Transform, Effekten, OpenFX-Parametern und vielleicht sogar Audio-Fades, in der du Keyframes verschiebst, kopierst und stretchst, ohne in jedes Effektmenü einzeln hineinzubohren.
Textbasiertes Editing und Delete Silence, aber präzise. Delete Silence mit Profilen wie YouTube Talk, Podcast oder Online-Kurs, die automatisch einen kleinen Puffer vor und nach Sätzen lassen, damit es nicht wie ein Hardcore-Cutdown klingt. Textbasiertes Editing, das Füllwörter, Dopplungen und typische Füllphrasen markiert, ohne komplette Sätze zu zerlegen. Und eine bessere Textnavigation, die beim Klick auf ein Wort auch Wellenform und ein kleines Vorschaubild zeigt. Heute jagst du Delete Silence über ein 20-Minuten-Talking-Head, korrigierst die zu aggressiven Schnitte, suchst im Transkript nach Verhasplern und verbesserst vor allem die Fehler der Transkription. Zeitersparnis: sehr fraglich.
Gratis-PDF: 5 Schritte zum Filmlook
Kurz und praxisnah: fünf Kapitel, rund zehn Minuten Lesezeit und am Ende eine Checkliste zum Ausdrucken, die bei deinem nächsten Projekt neben dir liegt. Kostenlos als PDF.
Wunsch 4 bis 6: Untertitel, Color Groups, Objektentfernung
Untertitel, die mehr können als okay. Viele schauen Videos zuerst ohne Ton. Resolve transkribiert zwar automatisch, aber die Erkennung ist nicht immer sauber, die Formatierung wirkt generisch, und es fehlen gute Templates für animierte Untertitel. Mein Wunsch: präzisere Spracherkennung, die mit Fachbegriffen, Namen und Deutsch-Englisch-Mischungen klarkommt, moderne Templates für YouTube, Shorts und Reels mit Highlight-Wörtern, Animationspresets und sicheren Zonen, und das Ganze projektübergreifend als Preset. Ein Klick auf YT-Shorts-Untertitel, und das Ergebnis sieht aus, als käme es von einem Motion-Designer.
Color Groups, die mitdenken. Bei größeren Projekten fühlt sich der Umgang mit Gruppen an, als müsstest du Buchhalter spielen, weil du jeden Clip von Hand zuordnest. Mein Wunsch: KI-gestützte Gruppenvorschläge nach Kamera, Szene, Licht-Setup oder Location, ein Panel, das klar zeigt, was global, was auf Gruppenebene und was clipspezifisch ist, und eine Funktion „Look duplizieren" für ähnliche Shots. Kopfkino: Drei-Kamera-Interview plus B-Roll, Resolve erkennt A-Cam, B-Roll außen und B-Roll innen, du bestätigst kurz und baust in Minuten einen konsistenten Look.
KI-Objektentfernung, die im Alltag funktioniert. Perfekter Shot, schöner Move, und hinten steht ein Mülleimer. Resolves bisheriges Werkzeug dafür entspricht meiner Meinung nach nicht mehr dem Zeitgeist, andere Anbieter bieten mehr, aber dafür musst du Resolve verlassen und Dateien hin und her jonglieren. Mein Wunsch: Objekt grob markieren wie bei der Magic Mask, Resolve erkennt Bewegung, Tiefe und Texturen und rechnet eine saubere Entfernung, die nicht aussieht wie ein wabernder Glitch aus einem frühen KI-Experiment. Verlässlich bei Talking-Heads, Outdoor-B-Roll und Produktshots, nicht nur unter Laborbedingungen.
Wunsch 7 und 8: kleine KI-Helfer und die ewige Wunschliste
Ich rede nicht von generativer Magie, sondern von Dingen, die dich jeden Tag retten: automatisches Face-Blurring für Leute, die nicht im Bild sein wollen, ein Noise-Check beim Import, der vor Raumhall und Nebengeräuschen warnt und gleich Voice Isolation anbietet, und eine Szenenerkennung, die A- und B-Roll vorsortiert. Keine Keynote-Features, sondern stille Assistenten im Hintergrund.
Und dann die ewige Wunschliste, die trotzdem wichtig ist: echte Background-Prozesse für Rendern, Transkodieren und Caches, ohne dass die Oberfläche zäh wird. Eine stabilere Magic Mask, bei der du keine Angst vor jeder Node-Änderung haben musst. Bessere Performance der KI-Features, damit du nicht jedes Mal betest, wenn du Voice Isolation, Depth Map oder Magic Mask anfasst. Stell dir vor, du startest morgens Resolve, lässt Caches und Analysen im Hintergrund laufen, und wenn du mit dem ersten Kaffee zurückkommst, hat ein unsichtbarer Assistent alles vorbereitet.
Ein Teil dieser Reibung lässt sich übrigens schon heute vermeiden, und zwar nicht mit Features, sondern mit der Reihenfolge, in der du arbeitest. Wer Delete Silence, Transkription, Schnitt und Grading in der richtigen Abfolge einsetzt, spart mehr Zeit als jedes einzelne Update bringt. Wie dieser Ablauf bei mir aussieht, zeige ich dir im kostenlosen Videotraining.
Kostenloses Videotraining: Der Editing-Workflow, der deinen Schnitt halbiert
In 40 Minuten zeige ich dir Schritt für Schritt meinen Editing-Ablauf vom Rohmaterial zum fertigen Film – ohne Timeline-Chaos, ohne Klein-Klein und ohne die Frage, wo du eigentlich anfangen sollst. Funktioniert in jedem Schnittprogramm, ohne KI und ohne Spezialsoftware. Kostenlos, sofort abrufbar.
Mein Fazit, mit dem Wissen von heute
Wenn Resolve 21 auch nur einen Teil dieser Wünsche erfüllt, wird der Alltag in der Timeline deutlich entspannter: weniger Workarounds, weniger Gefrickel, mehr Fokus auf Bild und Story. So habe ich das Video im Februar beendet. Zwei Monate später kam die Beta, und einiges davon ist tatsächlich so gekommen, anderes nicht. Was wirklich relevant ist, habe ich mir im Beitrag DaVinci Resolve 21 Beta: Was wirklich relevant ist angeschaut. Und wie viel Zeit die KI-Funktionen von heute schon sparen, zeigt der Beitrag 10 KI-Funktionen in DaVinci Resolve.
Über den Autor
Michael J. Müller ist studierter Tonmeister und seit über 30 Jahren in der Medienproduktion tätig. Er führt die SamPlay GmbH, produziert Film, Foto und Livestreams für Unternehmen und zeigt auf seinem YouTube-Kanal und bei colorgrading.net, wie aus einer Idee ein fertiger Film wird: Skript, Dreh, Schnitt, Color Grading, Ton und der sinnvolle Einsatz von KI. Alle Beispiele in diesem Beitrag stammen aus seinen eigenen Projekten.